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Stellungnahme DAIKIN zum Artikel: „Kältemittel-Verbot fällt auf Handwerker zurück“

Die aktuell breit geführte Debatte zur F-Gase-Verordnung führt zu großer Verunsicherung bei Planern und Anlagenbauern der Kälte-/Klimabranche und bei den Endkunden. Die angespannte Situation und die Emotionalität der Berichterstattung führen jedoch dazu, dass Fakten im Eifer des Gefechts falsch interpretiert oder unbegründete Ängste erzeugt werden.

Hierzu möchten wir die Stellungsnahme zu diesen Artikel von Daikin weitergeben:

DAIKIN_Stellungnahme Kältemittel-Verbot fällt auf Handwerker zurück_final

Die aktuell breit geführte Debatte zur F-Gase-Verordnung führt zu großer Verunsicherung bei Planern und Anlagenbauern der Kälte-/Klimabranche und bei den Endkunden. Die angespannte Situation und die Emotionalität der Berichterstattung führen jedoch dazu, dass Fakten im Eifer des Gefechts falsch interpretiert oder unbegründete Ängste erzeugt werden.

Nachfolgend geht Daikin auf einige Aussagen des Online Artikels ein:

 „Fast 200 Länder haben sich 2016 auf die Abschaffung von klimaschädlichen Kältemitteln geeinigt. Eine gute Nachricht für die Umwelt, eine schlechte fürs Kälte-Handwerk.“ […] Die EU und andere Länder haben deshalb einen Ausstieg aus der Nutzung dieser Stoffe beschlossen (…).  Umstieg auf natürliche Stoffe

(…) sollen ab 2030 nur noch Kältemittel mit natürlichem Ursprung genutzt werden. Geregelt ist dies in der EU-Verordnung Nr. 517/2014, auch F-Gase-Verordnung genannt, in welcher der stufenweise Abschied von fluorierten Gasen (F-Gase) festgehalten ist. […]

  • Es wurde weder mit der EU F-Gase Verordnung noch mit dem Kigali Abkommen eine Abschaffung bzw. ein Ausstieg aus der Nutzung von F-Gasen beschlossen. Richtig ist, dass die F-Gase-Verordnung schrittweise die Menge an CO2-Äquivalente, die als F-Gase in der EU in Verkehr gebracht werden, reduziert
  • Das bedeutet aber kein komplettes Verbot von teilfluorierten Kältemitteln für die Branche. Es ist kein Verbot von R-410A, R-32 oder R-134a für Kälte- und Klimaanlagen geplant – auch nicht über 2030 hinaus.
  • Damit die Reduzierung der Gesamtmenge in der Europäischen Union auch tatsächlich erfolgt, wurden den Herstellern und Importeuren von Kältemitteln in 2015 erstmalig F-Gase-Quoten zugewiesen. Diese regeln, wie viel CO2-Äquivalente in Form von Kältemittelmenge jeder Hersteller in Umlauf bringen darf. Kältemittel mit hohem GWP wirken sich daher stärker auf die langfristige Verfügbarkeit aus als Kältemittel mit geringem GWP. Bis 2030 erfolgt eine schrittweise Reduktion der Obergrenze auf ein Fünftel bezogen auf die Menge im Basisjahr 2015. Zum 1. Januar 2018 trat der erste große Reduktionschritt auf 63 % in Kraft.
  • Um das Phase Down zu unterstützen werden für gewisse Anwendungen Kältemittel oberhalb bestimmter GWP Grenzwerte verboten: Zeitpunkt Produktgruppe

ab 1.1.2020

  • Kühl- und Gefriergeräte für den gewerblichen Gebrauch mit GWP > 2500
  • Stationäre Kälteanlagen mit GWP > 2500
  • Mobile Raumklimageräte mit GWP > 150
  • Nur für R-404A Anlagen < 40 Tonnen CO2-Äquivalent ist neues Kältemittel zu Nachfüllung oder Service erlaubt. Für Anlagen mit Füllmengen ab 40 Tonnen CO2-Äquivalent ist nur noch recyceltes oder aufgearbeitetes R-404A zulässig.

ab 1.1.2022

  • Gewerbe-Kühl- und Gefriergeräte mit GWP > 150
  • stationäre Verbundanlagen mit Kälteleistung > 40 kW mit GWP > 150 (Ausnahme: Kältemittel mit GWP > 1500 in Primarkreis von Kaskaden)

ab 1.1.2025

  • Monosplit-Raumgeräte mit Füllgewicht < 3kg und GWP > 750

„Die Industrie muss diesen Vorgaben nachkommen und tut dies auch: Derzeit fahren die großen Hersteller für Kältemittel ihre Produktion der bald verbotenen Stoffe deutlich zurück und konzentrieren sich auf umweltfreundlichere Alternativen.“

  • Wie schon vorher erwähnt, gibt es kein Verbot von Stoffen. Auch ist aktuell weltweit keine generelle Reduktion bei der Produktion dieser Stoffe zu beobachten. Lediglich wurde seitens eines Herstellers angekündigt, den Verkauf von Kältemitteln mit hohem Treibhauspotenzial in der EU einzustellen.

„Denn auch wenn das Kältemittel in Klimaanlagen im Normalfall nicht getauscht“werden muss, ist dies im Schadensfall sehr wohl der Fall. Da es aber immer weniger Vorräte an den alten Kältemitteln gibt, können viele Anlagen schon jetzt nur noch ausgetauscht statt repariert werden.“

  • Bei Klimaanlagen wird am häufigsten das Kältemittel R-410A eingesetzt. Dieses Kältemittel steht dem Markt aktuell für Reparaturen in ausreichender Menge zur Verfügung.
  • Die Hersteller haben hier bereits einen weiteren Entwicklungsschritt unternommen. Leistungsbereich bis 14 kW steht dem Markt eine große Produktpalette an Klimageräten mit R-32 zur Verfügung.
  • Beispiel: Der Verkauf einer Anlage mit einer Füllmenge von 1 kg R-410A (mengenbezogenes GWP 2.087,5) belastet die Quote vier Mal so stark wie der Verkauf einer Anlage mit R-32, die für die gleiche Leistung eine Füllmenge von 0,7 kg R-32 benötigt (mengenbezogenes GWP 472).

„Auch Autos betroffen Neben Gebäuden gibt es auch in Fahrzeugen Klimaanlagen, die auf Kältemittel setzen. Allein in Deutschland fahren noch mehrere Millionen Autos, in denen das Mittel R134a verwendet wird, auch wenn dies in neueren Fahrzeugen nicht mehr zum Einsatz kommt. R134a gehört zu den besonders klimaschädlichen Stoffen, da es eine 1430-mal so hohe Treibhauswirkung wie CO2 aufweist, und wird deshalb ebenfalls nicht mehr produziert.“

  • Richtig ist, dass Autos mit R-134a Klimaanlagen für den Einsatz in der EU nicht mehr produziert werden. Falsch ist jedoch die Aussage, das die Produktion von R-134a an sich eingestellt wird. R-134a wird auch weiterhin produziert und darf in bestehenden Autoklimaanlagen eingesetzt werden. Darstellungen dieser Art entsprechen nicht der Realität und schüren unbegründete Panik unter den Marktteilnehmern.
  • Auch in Zukunft haben verschiedenste Kältemittel am Markt ihren Platz und je nach Anwendungsfall ihre Berechtigung. Der Anwendungsfall bestimmt die Kältemittelwahl Je nachdem welcher Anlagentyp – ob Kälteanlage, Klimagerät, Kaltwassersatz etc. – installiert werden soll, sind unterschiedliche Kältemitteleigenschaften gefragt. Bei der Auswahl des geeigneten Kältemittels muss deshalb individuell entschieden und Investitions-, Installations- sowie Betriebskosten der jeweiligen Anlagen kritisch hinterfragt und bewertet
    werden. Denn das richtige Zusammenspiel zwischen Kältemittel und Systemdesign ist entscheidend für die Gesamteffizienz der Anlage. Für die Kältemittelauswahl ist die gesamte Klima- und Wärmepumpenleistung im Lebenszyklus der Produkte entscheidend. Daher wird
    auch DAIKIN weiterhin auf unterschiedliche Kältemittel setzen und jeweils das Kältemittel einsetzen, das die Aspekte Sicherheit, Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Energieeffizienz im jeweiligen Anwendungsbereich am besten erfüllt.
  • Die europäische Interessensvertretung der Klimatechnik- und Wärmepumpen-Industrie „European Partnership for Energy and the Environment” (EPEE) zeigt auf, dass der Phasedown mittels umfangreicher Umstellungen in drei Bereichen umsetzbar ist:
    1. Reduktion der Emissionen neuer Geräte durch die Verwendung von Kältemitteln mit niedrigem GWP und geringerer Füllmengen.
    2. Reduktion des Einsatzes von Kältemitteln mit hohem GWP für Service und Wartung von bestehenden HLK-Anlagen.
    3. Verstärkte Wiederaufbereitung und Wiederverwendung von Kältemitteln. Es ist ein Zusammenspiel der Akteure nötig und die Bereitschaft der Anwender rasch auf verfügbare niedrig-GWP-Alternativen umzusteigen.

Weitere Presseinformationen stehen unter http://news.cision.com/de/daikin-airconditioning-germany-gmbh zum Download zur Verfügung. Weitere Informationen zu DAIKIN finden Sie unter www.daikin.de

Pressekontakt:
modem conclusa gmbh
Jutastr. 5, 80636 München

Lisa Tamina Panhuber, Tel. 089 – 746 308 37, panhuber@modemconclusa.de

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